Ausbildung für Kinder, Weiterbildung für Bauern

Der 14-Jährige Osman Mamutu geht heute viel lieber zur Schule als früher. Und der 29-Jährige Kakaobauer Bonsu Osai konnte seine Kakaoernte im letzten Jahr vervierfachen. Was hat dies mit LINDT Schokolade zu tun? Einiges.

Osman Mamutu aus Assin Fosu

Osman Mamutu ist 14 Jahre alt und besucht die Sekundarschule in Assin Fosu. Es freut ihn sehr, dass er im von Lindt & Sprüngli und Source Trust errichteten Schulungszentrum Zugang zu Computern hat.

„Dank den Computern habe ich viel Neues gelernt und gehe jetzt auch viel lieber zur Schule!“

Früher beneidete der Schüler Osman Mamutu die Kinder in seiner Region, die auf eine Privatschule gingen: Sie hatten Zugang zu Computern und lernten, moderne Informations- und Kommunikationstechnologien zu nutzen. Die Eltern von Osman Mamutu, Kakaobauern, konnten sich keine teure Privatschule für ihren Sohn leisten.

Computer-Plätze im Village Resource Centres

Um Zugang zu einem Computer zu erhalten, braucht es heute in Assin Fosu, der ghanaischen Gemeinde, in der Osman lebt, keine Sonderprivilegien mehr: Dank dem so genannten Village Resource Centre, das von Lindt & Sprüngli, mit Hilfe des lokalen Partners Source Trust erbaut wurde, haben Osman und andere Kinder von Kakaobauern ebenso die Möglichkeit, Computer zu nutzen. Village Resource Centres sind mit Computern ausgerüstete Schulungszentren, die im Rahmen des  Lindt & Sprüngli Farming Programs für Kakao  ermöglicht werden. Sie sollen den Kakaobauern Zugang zu Wissen ermöglichen. Gleichzeitig kommen sie der lokalen Bevölkerung und insbesondere den lokalen Schulkindern zugute. Die Village Resource Centres werden durch den Aufpreis finanziert, der für jede Tonne des in Ghana für LINDT Schokolade gekauften Kakaos bezahlt wird. 

Das Village Resource Centres

Die Zentren werden neben ländlichen Schulen gebaut, die bisher keinen Zugang zu Informationstechnologien hatten. Ausgestattet sind die in einem Container untergebrachten Räume mit Computern, Internetverbindung, Druckern, Tischen und Stühlen. Am Tag werden die Zentren von den Lehrern und Schülern im Unterricht, aber auch in der Freizeit genutzt. Der Schulleiter der Sekundarschule in Assin Fosu, Joseph Albert Appiah, erinnert sich gut an die Zeit, bevor das Zentrum mit Hilfe des lokalen Partners errichtet wurde: „Die meisten Eltern unserer Schüler sind Kakaobauern. Einen eigenen Computer besitzt kaum jemand, weshalb die Schüler auch nicht wussten, wie sie einen Computer bedienen sollten. Heute haben alle unsere Schüler Zugang zu Computern und werden in Word, Excel und anderen Programmen unterrichtet. „Computerkenntnisse“, so ist Appiah überzeugt, „sind eine wichtige Voraussetzung für die Schüler, um später eine gute berufliche Laufbahn einschlagen zu können“.

Vom Zugang zu den Computern profitieren neben den Schülern insbesondere die Kakaobauern: Am Abend und an den Wochenenden öffnen die Zentren ihre Tore für sie. Auf allen Computern sind Lerneinheiten in Twi, der lokalen Sprache, installiert. Die einzelnen Videos schulen zu Themen wie der sachgerechten Behandlung der Kakaobäume, dem Umgang mit Krankheitsbefall oder der Frage, wie missbräuchliche Kinderarbeit auf den Plantagen vermieden werden kann. Unter den Kakaobauern finden sich viele Analphabeten, denen der Zugang zu Bildung in der Regel verschlossen bliebe. Die audiovisuell aufbereiteten Lerneinheiten schließen hier eine wichtige Lücke: Sie vermitteln den Bauern Inhalte, die sie verstehen und direkt in ihrer täglichen Arbeit umsetzen können.

Vierfacher Ertrag in nur einem Jahr - für Bonsu Osai, 29 Jahre, Kakaobauer in Ghana, hat sich der Besuch des Schulungszentrums gelohnt.

„Vieles, was ich durch die Schulungsvideos gelernt habe, konnte ich bereits umsetzen. Dadurch konnte ich die Ernte meiner Felder im letzten Jahr von 5 auf 20 Säcke Kakao steigern.“

Bonsu Osai ist einer der Kakaobauern, der vom Schulungsangebot Gebrauch machte. Eine Vervierfachung der Ernte nach nur wenigen Besuchen im Schulungszentrum – wenn das kein Erfolg ist!

Geschichten wie die von Bonsu Osai gibt es einige, und sie alle bestätigen: Der Zugang zu Information und Fachkenntnissen hilft den Bauern, die Qualität des Kakaos zu verbessern und ihre Ernteerträge zu erhöhen. Bis Mitte 2013 haben die Beiträge pro Tonne gekauften Kakaos für LINDT Schokolade über 20 solcher Village Resource Centres finanziert.

Das Village Resource Centres

Bis 2016 soll in jedem Distrikt in Ghana, aus welchen der Kakao der LINDT Schokolade stammt, mindestens ein Schulungszentrum errichtet werden. So erhalten die Bauern Zugang zu gezielten Weiterbildungsprogrammen und die Schüler zu Computern und Internet.